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Aktuell
InBIT Berlin
Modellprojekt: "Qualifizierung von pädagogischem Betreuungspersonal zur verbesserten Kompetenzentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund"

Foto: Teilnehmer unseres Kurses mit der Dozentin Frau Teichner und den beiden Mitarbeiterinnen der Nürnberger Zentrale, Frau. A. Winter und Frau B. Ullrich
Im Fachbereich Erwachsenenbildung des InBIT Berlin wurde in der Zeit vom 02.03.2009 - 24.04.2009 im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit ein Modellvorhaben realisiert, welches arbeitslosen Fachkräften aus dem pädagogischen und sozialpädagogischen Bereich der Agentur für Arbeit Süd und dem Jobcenter in Neukölln die Möglichkeit zum Erwerb von beruflichen Kenntnissen und Fähigkeiten zur verbesserten Kompetenzentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund eröffnete.
In Deutschland ist die Förderung der frühkindlichen Bildung eine öffentliche Aufgabe und wird deshalb auch in erheblichem Umfang mit öffentlichen Mitteln der Landesebene sowie der Kommunen finanziert. Als erstes Bundesland hat Berlin zudem die Evaluation der Arbeit der KiTas mit dem Bildungsprogramm initiiert und damit den Grundstein für eine kontinuierliche Überprüfung sowie Weiterentwicklung des Bildungsprogramms gelegt. Die Personalressourcen werden hierbei als zentrale Einflussgröße auf die pädagogische Arbeit eingestuft.
Aktuelle Studien belegen, dass die hohe Erwerbslosigkeit von Migranten vor allem auf ihre geringe allgemeinbildende und berufliche Qualifikation zurückführen ist, Bildung der Schlüssel zur Integration ist, - die Integrationspolitik die Arbeitsmarktrisiken von Migranten nur dann senken kann, wenn es gelingt, das Bildungsgefälle zwischen Personen ohne und mit Migrationshintergrund zu verringern. Der Grundstein für gelungene Integration und schulischen Erfolg wird bereits im Kindergartenalter gelegt, d.h. bereits zu diesem Zeitpunkt muß die Sprachförderung einsetzen und nicht erst mit dem Eintritt in die Schule.
Die Wahrnehmung der Umwelt und die Verständigung mit anderen ist an die Sprache gekoppelt. Sprache ist das Kernelement gelungener Integration. Da jedoch allein die Vermittlung der deutschen Sprache nicht genügt, sondern Integration auch kulturelle Offenheit voraussetzt, wurde im Rahmen der Kenntnisvermittlung neben der kindgerechten Sprachvermittlung großer Raum der Vermittlung interkultureller Kompetenzen (Kulturelle Prägung, Tradition, Religion) eingeräumt. Dies ist unerlässlich für die Erziehungsarbeit mit Zuwandererkindern, wie auch die Arbeit mit den Eltern der Zuwandererkinder, die verstärkt in den Prozess einbezogen werden müssen, Beratungs- und Informationsangebote zum deutschen Bildungswesen erhalten.
Passend zum Thema war der Schulungsort Berlin-Neukölln, ein Berliner Bezirk, der sehr stark von Migranten vor allem arabischer und türkischer Herkunft geprägt ist. Berlin-Neukölln nimmt diesbezüglich im Vergleich der Berliner Stadtbezirke Rang 2 mit 38,7% Einwohnern mit Migrationshintergrund hinter Berlin-Mitte mit 44,5% ein. Die enge Einbeziehung unserer Teilnehmer in die Arbeit von Fachkräften in den Neuköllner Kitas vor Ort durch Hospitationen brachte für alle einen Zugewinn und die abschließende Erkenntnis, dass sich bei künftigen Projekten dieser Art in jedem Fall eine betriebliche Erprobung anschließen sollte. Bei einer abschließenden Evaluation unseres Projektes vor Ort mit den Mitarbeiterinnen der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg, des Referates Strategie/Weiterentwicklung/Arbeitsmarkt - SWA 1, Frau A. Winter und Frau B. Ullrich, Ende April 2009, konnte die Notwendigkeit der Fortführung solcher Projekte unterstrichen werden, was acuh durch die Teilnehmer und unsere Dozentin Frau Teichner nachhaltig durch die Projektumsetzung bestätigen konnten. Fazit aller Bemühungen ist, dass der frühe Zugang zu Bildung die gesamte Bildungsbiographie der Kinder mit Migrationshintergrund beeinflussen kann, hier eine zusätzliche Betreuung in den Kindertagesstätten sinnvoll ist, um künftig die pluralisitsche Identität der Kinder und später der Jugendlichen als Kompetenz herauszubilden.
